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Jul

3

leben in der Grauzone

Autor: kleiner_Baum

inetWeiße Flecken auf der einen Seite – Vollversorgung auf der anderen Seite. Und ich bin mittendrin; allerdings näher am weißen Fleck als an allem anderen.

Die Rede ist hier von der DSL-Versorgung im ländlichen Raum. Laut einem Bericht von Golem gerät der Ausbau von Hochgeschwindigkeits-Internet-Zugängen auch weiterhin ins Stocken, da die Telekom Verträge zur errichtung von Schaltverteilern verweigert.

Ich weiß, dass viele noch überhaupt keinen DSL-Anschluss haben und ich mich mit DSL-Light (DSL 1000 mit 768er Nutzung) noch halbwegs glücklich schätzen kann, schließlich ist noch nicht einmal das ein paar Straßen weiter hier im Ort möglich.

Eine gewisse Vorfreude kam in mir vor kurzem auf, als sich diverse Bauarbeiter mit Baggern daran machten, fast vor meiner Haustür neue Kabel zu verlegen. Meine Recherchen brachten allerdings recht schnell wieder Ernüchterung. Zwar handelt es sich zwar tatsächlich um Leitungen zur Internetanbindung (sogar Glasfaser), allerdings ist dies nicht für die allgemeine Bevölkerung gedacht.

Die Firma EWEtel aus Oldungburg ist hier am Werkeln und verlegt am Bürger vorbei die Leitungen für das “Sprach- und Datennetz der Landesregierung Niedersachsen”, welches ca. 75000 Anschlüsse in etwa 2500 Liegenschaften inkl. Justiz, Polizei und Steuerverwaltung umfasst. (Presse-Mitteilung)

Ist das jetzt der von der Regierung angekündigte Breitbandausbau? Schnelles Internet ja, aber nur für Behörden.

Ich bin tag täglich auf das Internet angewiesen und nutze es auch privat oft und gerne. Allerdings sind Dienste wie Youtube und Co. nur mäßig zu genießen. Von einer Nutzung von TV-Streaming oder Video-on-Demand wage ich erst gar nicht zu träumen.

Das nächste Kino ist ca. 10 KM entfernt und bietet nur eine mäßige Auswahl. Die nächste Videothek ist gar über 30 KM entfernt. PayTV ist einfach zu teuer, jedenfalls für mein Nutzungsverhalten. Gerne würde ich die VoD- unD Entertain-Angabote im Internet nutzen, aber es geht nicht.

Auch Updates, Treiberdownloads und andere Internetanwendungen lassen sich nur äußert mäßig nutzen. Gut, für “normales” surfen reicht mir mein 768er DSL vollkommen aus, aber jeder Download über 20MB wird zur Qual.

Natürlich gibt es Alternativen zu (T-Com-)DSL, aber leider liegen wir hier auch nicht im Ausbaugebiet von Kabel-Deustchland. Das einzige, was hier verfügbar ist, ist UMTS(HSPA) mit bis zu 7MBit – allerdings nur Outdoor und mit unmöglichen Knebelverträgen. Ohne Vertrag, also per PrePaid, ist das DownloadVolumen aug 1GB pro Tag begrenzt.

Liebe T-Com, Kabel-Deutschland, UMTS-Anbieter und noch viele andere: Hier sind zahlungswillige Kunden, die auf Eure Dienstleistungen angewiesen sind und im Gegensatz zur Großstadtbevölkerung nur über weniger bis gar keine Alternativen verfügen – nicht einmal ein Internet-Cafe ist in unmittelbarer Nähe.

Eine lustige Geschichte gibt es noch: Über einen meiner Lieferanten bin ich Vertriebspartner eines TK-Anbieters und vermittle hin und wieder mal einen Auftrag (so 1 Mal im Quartal). Regelmäßig bekomme ich Anfragen, warum ich denn keine Entertain-Pakete und VDSL vermittle ? Sogar höhere Provisionen hat man mir schon angeboten. Ja, warum wohl nehme ich diese Möglichkeit nicht wahr?

So, erstmal wieder ein wenig Frust von der Seele geschrieben. Jetzt kann das Wochenende kommen.

Euer kleiner_Baum



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