Kommentare
Eigentlich sollte dies kein Blog-Artikel sondern ein Kommentar zum Thema Kommentare werden. Da ich aber ein wenig mehr zu sagen habe, würde das evtl. ein wenig unübersichtlich werden.
Außerdem ist es Thema Kommentare ein durchaus interessantes, was sicherlich auch den einen oder anderen meiner Leser interessieren wird.
Vor gut einer Woche feierte Clemens von Guru2.0 seinen 300. Kommentar und bemängelte gleichzeitig die relativ hohe Anzahl an Spam-Kommentaren. Demnach kommen bei Clemens auf 1 regulären Kommentar 3,37 Spam-Kommentare.
Ich habe den Artikel gelesen, kurz kommentiert und dann einfach wieder vergessen. Aus den Augen, aus dem Sinn.
Heute hat Clemens jedoch einen weiteren Artikel zu diesem Thema veröffentlicht und stellte dabei fest, dass das Verhältnis von Spam-Kommentaren sich auf 1 : 3,41 erhöht hat.
Natürlich gibt es diverse PlugIns, um dem Spam-Aufkommen einen gewissen Einhalt zu gebieten. Auf der anderen Seite gibt es aber auch diverse Möglichkeiten, um die Anzahl an normalen Kommentaren zu erhöhen.
Ich habe als Blog-Neuling, der ich nun einmal bin, in letzter Zeit eine ganze Menge über das Bloggen und das Web 2.0 gelernt und fasse hier einmal mein Wissen über Kommentare zusammen. Ich weiß, dass ich mir bei diversen Punkten selber an die Nase fassen muss – und manch anderer mit Sicherheit auch. Und vielleicht sind ja auch für Clemens noch ein paar Tipps dabei.
animiere Deine Leser zum kommentieren
Die meisten Menschen sind von Natur aus faul und konsumieren nur. Also sag ihnen, dass sie kommentieren sollen. Natürlich nicht so direkt. Stelle Fragen – möglichst am Ende Deines Artikels. Mach den potentiellen Kommentieren klar, dass Du an ihrer Meinung interessiert bist.
Im aktuellen Artikel von Clemens könnte das evtl. so aussehen, dass nach der Information über das Verhältnis der Spam-Kommentare noch Fragen kommen wie z.B. “Wie ist die Situation bei Euch?”, “Was unternehmt Ihr gegen Spam-Kommentare?” oder “Welche Anti-Spam PlugIns setzt Ihr ein?”
kommentiere die Kommentare
Auch der geneigte Blogleser sehnt sich nach ein wenig (digitaler) Anerkennung. Du musst ja nicht auf jeden einzelnen Kommentar eine Antwort geben – aber auf so viele wie möglich. Zeige deinen Leseren so, dass Du die Kommentare gelesen und zur Kenntnis genommen hast, denn wer merkt, dass seine Meinung gelesen wird und etwas zählt, der kommt nicht nur wieder sondern kommentiert auch wieder. Es reicht schon aus, wenn Du mehreren Kommentieren zusammengefasst antwortest; z.B. “@abc, @123 und @xyz vielen Dank für Eure Meinung zu diesem Thema.”
Ein sehr schönes Beispiel in diesem Zusammenhang ist Rio von 150kg-leichter.de, der wirklich so gut wie jeden der Kommentare auf seinem Blog persönlich antwortet. Kürzlich hat Rio sogar einen extra Beitrag geschrieben, nur um sich bei seinen Lesern, Feed-Abonneten und Blog-Kommentierern zu bedanken. So etwas motiviert auch zum kommentieren.
kommentiere in anderen Blogs
Auch so kannst Du die Anzahl der Kommentare in Deinem Blog erhöhen. Dabei kommen sogar gleich zwei Sichtweisen der Situation zu tragen. Die einen sagen sich “Oh, der hat bei mir einen Kommentar hinterlassen, da muss ich mich revanchieren und bei ihm auch einen Kommentar abgeben.” Die anderen sagen sich “Der hat bei mir auch noch nicht kommentiert, warum sollte ich das also bei ihm tun?” Gut, es mag nicht jeder so denken, und die, die so denken, werden das mit Sicherheit nicht zugeben. Aber so ist es nun einmal. Keine Leistung ohne Gegenleistung und jede Aktion löst eine Gegenaktion aus.
Besonders schön sieht man das an den Jungs vom LiLu24-Blog. Egal, welchen Blog ich besuche, Simon und/oder Andy waren schon da und haben ihren Kommentar abgegeben (Jungs, wann schlaft ihr eigentlich?). Dementsprechend hoch ist natürlich auch die Kommentaranzahl auf ihrem Blog.
halte Deine Kommentierer auf dem Laufenden
Mail-Abo-Funktion für Kommentare. Diese Lektion musste ich selber erst kürzlich lernen. Ich war nämlich selber ein absoluter Verweigerer dieser Funktion, weil ich ich der Meinung war, dass ich schon mehr als genug Mails bekomme. Ich wollte diese Funktion nicht nutzen und bot sie dementsprechend nicht an. Dann habe ich mich von Crazy Girl eines besseren belehren lassen und bin jetzt begeisterter Befürworter des Kommentar-Mail-Abo mittels “Gurken Subscribe to Comments”
Ich habe mittlerweile über 100 Blogs in meinem Feed-Reader und lese fast ausschließlich auch dort. Als Folge bekomme ich die Kommentare, besonderes weitere Kommentare zu Artikeln, bei denen ich bereits kommentiert habe, gar nicht mit. Und wenn man am Tag nur 5 Kommentare schreibt, kann man unmöglich immer wieder alle diese Artikel aufrufen, um zu sehen, ob es weitere Kommentare mit abweichenden oder zustimmenden Meinungen zu dem Thema gibt. Wenn ich aber per Mail eine Nachricht bekomme, dass es neue Kommentare zu einem Thema gibt, bin ich oft geneigt, dazu meine Meinung kund zu tun und an der Diskussion teilzunehmen. Ohne Abo wäre mir dies nicht möglich. Also gib Deinen Leseren die Möglichkeit, die Kommentare per Mail-Abo zu verfolgen.
fordere zum Mitmachen auf
Du planst Veränderungen an Deinem Blog oder einem anderen Projekt? Stell Deine Leser dabei nicht vor vollendete Tatsachen, sondern lass sie mitbestimmen. Allein die Aussicht auf einem fremden Blog Veränderungen zu bewirken, lässt viele aktiv werden. Schließlich besteht die Aussicht, dass man nachher “der Größte” ist, wenn der eigene Vorschlag angenommen wurde. Natürlich kann sich so hinterher auch keiner Beschweren, denn Du hast ja dazu aufgerufen, dass die Leser sich einbringen und aktiv mitarbeiten. Besonders erwähnenswert finde ich auch hier einen Artikel von Carzy Girl, der zum Mitmachen auffordert.
Nutze Links und Trackbacks
Baue in Deinen Artikeln Links zu Themenrelevanten Seiten/Blogs ein und setze Trackbacks. Fast jeder der so verlinketn schaut sich zumindest deinen Artikel an, um festzustellen wo der Link herkommt. Viele von diesen Verlinkten geben dann auch einen Kommentar ab in dem sie ihre Meinung zum Artikel äußern oder sich auch nur für den Link bedanken.
Dieses Verhalten habe ich schon bei mehreren meiner Artikel beobachten können und hoffe dieser hier wird auch wieder ein Beispiel dafür.
schaffe weitere Anreize
Fast jeder, der etwas umsonst bekommen kann, wird nach Möglichkeit versuchen, dies auch zu bekommen. Setzte einen Preis für einen bestimmten Kommentar (z.B. den 500. oder 1000.) aus. Es muss dabei nicht einmal etwas besonderes oder großes sein. Auch z.B. ein Bannerplatz für 1 Monat ist für sehr viele schon ein großer Anreiz.
Clemens könnte ja z.B. auf seinen Guru 2.0-Blog ein Exemplar des von ihm gerade geschriebenen Buches für den 1000 Kommentar in Aussicht stellen. Zumindest ich hätte daran schon Interesse, nur leider ist das im Augenblick in meinem Budget nicht drin. Vielleicht frag ich mal nach einem “Presse”-Exemplar und biete dafür eine Rezession hier im Blog an. *scheinheilig in die Luft guck*
Aber auch schon die Möglichkeit eines “nofollow-free”-Links in den Kommentaren ist für den einen oder anderen Leser schon ein Anreiz, um zu kommentieren. Ich nutze dafür das Plugin No-Folloe-Free.
noch etwas vergessen ?
Mit Sicherheit. Ich bin ja noch “Blog-Neuling” und habe mir bisher nur ein paar Grundlagen angeeignet, die ich auch noch umzusetzen lernen muss. Wenn Ihr also noch weitere Tipps + Tricks und nützliches Wissen für mich habt: Immer her damit.
Puhhh – als Kommentar wäre das dann wohl doch ein wenig viel gewesen
Euer kleiner_Baum























12 Kommentare
Rio
26. Juni 2009
08:05
Ein wirklich schöner Artikel. Da kann sich manch einer so einiges rauslesen. Vielen Dank für das freundliche Erwähnen. Ich versuche wirklich auf jeden Kommentar einzugehen und das so zeitnah wie nur möglich. Klappt natürlich auch nicht immer zu 100 % aber ich glaube des passt schon. Ich sehe ein Kommentar als Interesse an meinem Text, quasi ist ein Kommentar des Bloggers Lohn für seine Arbeit. Ich finds immer sehr traurig, wenn ich wo kommentiere, und dann kommt entweder Tage später eine Antwort oder sogar garnicht.
Crazy Girl
26. Juni 2009
08:25
Kannst Du bitte nochmal aktualisieren. Ich habe aus Versehen einen TB gelöscht, weil ich dachte der wär doppelt angekommen
Sorry!
kleiner_Baum
26. Juni 2009
09:36
@ Rio
Du hast Recht. Kommentare sind eine große Motivation für uns Blogger und die Antworten auf Kommentare sind eine Motivation der Leser. Ich finde, dass Du dies wirklich vorbildhaft umsetzt – ich hingegen muss da noch ein wenig an mir arbeiten.
@Crazy Girl
Das kann ja mal passieren. Dein Wunsch ist mir Befehl, werde den Artikel gleich nocheinmal aktualisieren.
Wie mir jetzt erst auffällt, hast Du dir ein neuen Avatar zugelegt – gefällt mir, ist irgendwie persönlicher.
Schön, dass Ihr beiden mit Euren Kommentaren hier glech das von mir geschriebene bestätigt.
Crazy Girl
27. Juni 2009
07:31
Ja, der neue Avatar war ein Anfang, danach folgte diese Woche ein neues Layout auf meinem Blog
Luigi
28. Juni 2009
10:10
Sehr schön geschrieben und meiner Meinung nach auch nichts vergessen. Mir sind deine angeführten Punkte eigentlich alle klar, doch trotzdem berücksichtige ich sie nicht – leider. Vor allem schaffe ich es nicht meinen Rss-Reader täglich abzuarbeiten, wodurch ich verständlicherweise nur sehr wenig auf anderen Blogs kommentiere.
Habe mir nun den Reader als Startseite eingerichtet um mich selbst zu erinnern. Denn wenn ich als ertes auf meinen eigenen Blog gehe vergess ich die Zeit, irgend was ist ja immer zu tun am eigenen Auftritt, und habe dadurch nachher nicht mehr die Power alle abonnnierten Blogs zu besuchen.
Ich muss an meinem Zeitmanagment arbeiten!
Kommentar-eMail-Abo für die Nutzerfreundlichkeit des Blogs | Crazy Girls Tipps
8. Juli 2009
10:03
[...] äußerst interessanten Artikel über Kommentare hat letztens “kleiner Baum” geschrieben. Lest Eucht seine Ansichten über Kommentare [...]
Matthias
8. Juli 2009
10:28
Guter Artikel, Du hast da völlig recht.
Einen Zusatzpunkt habe ich noch. Ich habe in meinem Footer im RSS Feed einen ausdrücklichen Hinweis stehen, dass ich mich über einen Kommentar sehr freuen würde, mit einem direkten Link zum Kommentarbereich.
So bekommt man vielleicht einige faule doch zu kommentieren, da sie direkt zum Kommentarbereich springen können..
kleiner_Baum
8. Juli 2009
10:50
@Matthias
Das mit dem Hinweis auf die Kommentar-Möglichkeit im Feed finde ich sehr gut. Gibt es dafür ein PlugIn oder hast Du das direkt eingearbeitet?
@Luigi
Ja, das Zeitmanagement ist auch eines meiner größten Probleme, wenn nicht gar mein gröstes. Man sieht es ganz deutlich, wenn man auf das Datum Deines Kommentar schaut und dann dauf das meiner Antwort. *schäm*
Ich werde mir darüber mal ausführlich Gedanken machen.
Ach ja, Dein neuer Avatar gefällt mir – mittlerweile habe ich mich auch daran gewöhnt
Matthias
8. Juli 2009
11:42
Ich benutze dazu ein Plugin. Das zeigt dann neben meinem persönlichen Text auch ähnliche Artikel und Kommentare im Feed an:
http://bueltge.de/wp-feed-plugin/204/
kleiner_Baum
8. Juli 2009
12:49
Danke, Matthias
ich werde mir das mal anschauen.
Bei der Masse an PlugIns, die es mittlerweile auf so vielen Seiten gibt, verliert man schnell die Übersicht.
Twittern Bloggen Geld verdienen PartII | Blogger World
8. Juli 2009
21:25
[...] Lesenswerte Artikel in anderen Blogs: Kommentare [...]
Bonny
10. Juli 2009
17:41
Hey, hättest du diesen super Artikel nicht schon im Januar oder Ferbuar schreiben können
Dann hätt ich mir in meinen ersten Bloggerwochen einige (Lern- und Recherche-)Arbeit erspart
Ernsthaft. Deine Zusammenfassung ist super geworden und sicher auch für jeden Neuling leicht verständlich.
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